Česká brána Klikni: Hrad Bezděz Klikni: Městská kulturní zařízení - Knihovna V. Holana Klikni: Radnice - Městský úřad Mařatkův pomník Na Stráž Klikni: Římskokatolická farnost Bělá pod Bezdězem Zámek Bělá pod Bezdězem hlavička
šipka
šipka
šipka
šipka
šipka
rezervace

Warning: mysql_num_rows() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /data/web/virtuals/283826/virtual/www/left-menu.php on line 67
INFOCENTRUM

Der Böhmische Wenzel hat seine Gedenktafel

Foto
Der berüchtigte Räuberhauptmann Wenzel Kummer aus Wiska, an seiner Hauptwirkungsstätte, der sächsischen Lausitz „Bimscher Wenzel“ genannt, ist das bisher zweifellos berühmteste Kind dieser historischen Ortschaft.

Die Frage, ob er Deutscher oder Tscheche war, ist zu seiner Zeit, als es eine Rubrik „Nationalität“ noch nicht gab und alle gleichwertige Einwohner der böhmischen Länder waren, gegenstandslos. Seine Muttersprache war zweifellos das hiesige Deutsch. Aus Polizeiakten geht hervor, daβ er sowohl das Tschechische als auch das Lausitzer Sorbische beherrschte. Erst die Entwicklung zum Nationalismus bis zum fanatischen Chauvinismus führte dazu, daβ einer den andern nur wegen des Unterschieds der Muttersprache gleich hinter dem Vieh einreihte. Und schlieβlich in der Hälfte des vorigen Jahrhunderts zur Vertreibung der Hältfte der hiesigen Einwohnerschaft, inbegriffen die (mindestens seit dem 17. Jahrhundert) bedeutendste Familie am Ort, die Kummers.
Auch wenn es keine direkten Beweise gibt, ist sehr wahrscheinlich, daβ sich Mácha für seinen „schrecklichen Herrn der Wälder“ gerade seines Rufes wegen den Räuberhauptmann Kummer zum Vorbild nahm.

Die Forschung nach dem genauen Ort seiner Geburt führte endlich zu den Fakten. Bisher hatte es kein Historiker für nötig gehalten, die bisher gängige Version von Herkunft und Jugend Kummers in den Pfarrbüchern nachzuprüfen.
Aus dem deutschen Roman G. Bertholds von 1856 schrieben grundsätzlich alle ab, J. Panáček und sein neuer Herausgeber prof. J. Wagner („Mácha im Land seines Mai“ 1990), Z. Hoffmann („Legenden unterm Bösig“ 1999) und sogar der Autor der bislang nicht erschienenen Kummerbiographie K. Hoffmann – Reicker, Dresden. Dem letzteren wurden die erforschten Fakten inzwischen zugestellt.

Junge Frau – alter Ehemann, uneheliches Kind (sogar mit Spitznamen nach dem angeblich wirklichen Vater namens Weber!) und als Höhepunkt nach dem Tod des uralten Nicht – Vaters, der Inzest mit der Mutter – alles aus dem Reich der Märchen und zweifelhaften Sensationen bis zur Verunglimpfung Verstorbener. Nur die Verjagung des jungen Kummer aus dem Elternhaus läβt sich nicht verwerfen, besonders mit Berücksichtigung der zweiten Ehe des Witwers mit der um ein Jahr älteren Veronika, mit der er weitere Kinder hatte. Auch ist dies genau der Punkt der sich als einziger im Gedicht „Mai“ wiederfindet, schon 20 Jahre vor Bertholds Roman.

Der Geburtseintrag der Pfarrei Weiβwasser noch in Latein beweist, daβ den Eheleuten Johana und Wenzeslaus Kummer am 6. 9. 1767 das eheliche Kind Wenceslaus geboren wurde. Aus den Todeseinträgen beider Eheleute ergibt sich aus dem angeführten Alter, daβ der Vater nur um 1 Jahr älter war als die Mutter (geb. 1733 n. 1734). Die Mutter Johanna (damals eher seltener Name) starb schon am 22. 5. 1772, im Alter von 38 Jahren. Die Todesursache war sehr wahrscheinlich Folge der furchtbarsten Hungersnot des ganzen Jahrhunderts, zwei Winter hintereinander in den Jahren 1771 und 1772. Die Matrikel führen eine ganze Reihe gleichzeitiger Todesfälle aller Dörfer der Kleinbösiger Pfarrei an. Und dieser Eintrag ist der Hauptbeweis für die Bestimmung des genauen Geburtsortes des zukünftigen Räubers, er führt nämlich die Hausnummer 5 in Wiska an. Der Vater, Erbauer des Hauses, starb ebenfalls darin, am 18. 4. 1808. Das Häuschen wurde erbaut vom 15. 4. 1765 an (Eintrag im Grundbuch). Das gegenüberliegende, heute verschwundene Häuschen mit der Hausnummer 6/23, erbaut von Karl Kummer, erstand erst im Jahre 1770.

Aus der Hausnummer 5 wurde mit der Umnumerierung um 1822 die heutige Nummer 22. Die Heirat der Eltern und die Geburt des ersten Kindes, der Tochter Katharina, sind nicht in Weiβwasser eingetragen, sie fanden folglich woanders statt (die Mutter stammte wahrscheinlich aus Kovanec, einem etwas entfernteren Dorf). Der zukünftige „böhmische Wenzel“ ist der Erstgeborene im neuen Haus (die vorerst Letztgeborene ist Marie Huňat, jetzt Brezowiz). Und falls jemand einwendet, er könne auch im Wald geboren sein oder beim Nachbarn, kann man doch annehmen, daβ er hier wenigstens aufgewachsen ist. Seine spätere Beziehung zum Elternhaus bestand darin, daβ er einen Teil der Familie in seine Räubertätigkeit verwickelte, aber das ist noch weit von seiner Geburt entfernt!

Den heurigen 240. Jahrestag der Geburt des Räuberhauptmanns Kummer haben wir am Samstag 8. 9. 2007 mit der Enthüllung einer hölzernen Gedenktafel an der Südseite des Häuschens begangen, auf der die Hauptdaten seines Lebens vermerkt sind.
Bei leicht trübem Wetter nahmen daran etwas über 30 Interessenten teil. Unter anderem das Ehepaar Ing. Macháček und Frau Dr. Hrabětová vom Freilandmuseum Přerov an der Elbe, Vertreter des Bürgermeisters, Gäste aus Prag, Weiβwasser und Ortseinwohner sowie Ferienhausbesitzer. Statt des dresdener Autors der Biographie des Räubers, welcher am Vortag seinen geplanten Vortrag absagte, wurde dessen Hauptteil in tschechischer Übersetzung vorgelesen. Die Enthüllung durch Abnehmen des verdeckenden Eichenlaubs besorgten gemeinsam Frau Jacqueline aus Frankreich und Václav Huňat aus Brezowiz. Denn ohne die Mitarbeit der einstigen Miteigentümerin in den Jahren 1967 – 1982 wäre das Häuschen nicht gerettet worden, und ohne den Hinweis auf den „Räuber aus Wiska“ durch V. Huňat im Jahre 1992 wüβten wir noch heute nichts von ihm. Keiner der früheren Bewohner hatte davon eine Ahnung. Was sich vielleicht damit erklären Läβt, daβ man auf einen Kriminellen lieber vergessen hat. Nach der Enthüllung der Tafel und Beifall erinnerte Herr Huňat daran, daβ er noch nach dem Krieg gehört hatte, wie sich die Groβmütter beim Federschleiβen Anekdoten vom Kummer erzählten. Dann öffnete sich das Scheunentor, worauf der Prager Barde Jiří Wehle den Unterhaltungsteil des Programms mit mächtigem Dudelsackspiel eröffnete. Es folgten ausgewählte Stücke aus seinem Repertoire, volkstümliche Lieder vom Soldatenschicksal, gesungene französische und deutsche Poesie auf tschechisch, vom Krieg, vom Wald, und von den Räubern, in welches die Originaltexte hinein zitiert und die von Spiel auf Drehleier und Kleiner Harfe begleitet wurden. Zu Ehren Máchas „Schrecklichem Herrn der Wälder“ wurde aus dem zweiten Gesang des „Mai“ rezitiert. Nach dem Programm lud Herr Adam aus Wiska zur Ausstellung von Kinderzeichnungen zum Thema „Räuber“ ins Glockenhäuschen auf dem Dorfplatz ein. Und die nicht allzusehr beeilt waren, konnten noch Kartoffelsuppe und Buchteln genieβen. Hoffen wir, daβ der selige Kummer mit allem einverstanden war!

R. Heina, Víska. Erschienen in den Brezowizer Nachrichtchen 2007

Warning: mysql_result() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /data/web/virtuals/283826/virtual/www/right-side.php on line 167

Warning: mysql_result() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /data/web/virtuals/283826/virtual/www/right-side.php on line 189

Warning: mysql_result() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /data/web/virtuals/283826/virtual/www/right-side.php on line 208

Warning: mysql_result() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /data/web/virtuals/283826/virtual/www/right-side.php on line 231

Warning: mysql_num_rows() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /data/web/virtuals/283826/virtual/www/right-side.php on line 258
© 2012 - 2021 MKZ Bělá pod Bezdězem, ilustrace Oldřich Jelen, Webmaster,